Gefährdung durch Überfischung

Immer mehr Menschen essen immer mehr Fisch (Fischdilemma). Das führt dazu, dass die Weltmeere leergefischt werden. Obwohl zahlreiche Fischbestände bereits kurz vor der Ausrottung stehen, durchkämmen hochtechnisierte konventionelle Industriefangflotten weiterhin die Meere und fangen mehr Fisch einer Population als Nachkommen gezeugt werden.

Die oft unselektiven und zerstörerischen Fangmethoden gefährden nahezu alle Meereslebewesen: Viele Millionen Tonnen von ihnen gehen jährlich als ungenutzter Beifang tot oder sterbend wieder über Bord. Die Welternährungsorganisation (FAO) schätzt, dass zusätzlich zu den jährlich ca. 90 Millionen Tonnen vermarktbarem Fisch mehrere Millionen Tonnen Beifang in den riesigen Netzen landen - darunter Jungfische, Wale, Delfine, Seevögel und Haie. Außerdem zerstören die Fangmethoden die Meeresumwelt.

Die gegenwärtigen konventionellen Fangmethoden und ihre Gefahren

Shark-Finning

Die Langleinen-Fischerei dient auch zum Shark-Finning. Bei dieser Methode wird dem ge-fangenen (noch lebenden!) Hai die Rückenflosse abgetrennt. Anschließend werden die Tiere wieder ins Meer zurückgeworfen wo sie verbluten und ertrinken. Die abgeschnittenen Hai-flossen werden für Haifischflossensuppe verwendet, sie gilt vor allem in asiatischen Ländern als Delikatesse. Besonders der Blauhai und der Weißspitzen-Hochseehai werden daher gezielt mit Langleinen gefischt. So finden jährlich bis zu 100 Millionen Haie einen qualvollen Tod. Die Flosse selbst schmeckt nach gar nichts und wird oft in Hühnersuppe gekocht...

Haie werden aber auch wegen ihres Gebisses, ihrer Zähne, ihrer ledrigen Haut und für kosme-tische Bestandteile gefangen und getötet. Auf der französischen Insel La Réunion im indischen Ozean werden zur Hai-Jagd lebende Hunde und Katzen als Köder verwendet. Fischer bohren den Tieren die Angelhaken durch Schnauze und Pfote und werfen sie anschließend ins Wasser.

Toter Hai ohne Flossen

Gefährdung durch Walfang

Norwegen, Japan und Südkorea sind heute noch die Länder, die trotz eines weltweiten Moratoriums am Walfang festhalten. Als Vorwand nehmen sie die Tatsache, dass zu Forschungszwecken Wale gefangen werden dürfen. Seit dem Jahr 1986 haben sie so über 25.000 Wale getötet. Das Fleisch wird anschließend gewinnbringend auf dem Markt verkauft. Die Fangmethode ist qualvoll und das Fleisch ist aufgrund seines hohen Gehalts an Schwermetallen oft minderwertig und für den Verzehr gänzlich ungeeignet.

Treibjagd

In der Bucht von Taiji in Japan werden in einer feierlichen traditionellen Zeremonie jedes Jahr von September bis Januar bis zu 15.000 Delfine und Kleinwale abgeschlachtet. Ihr Blut lässt das Meer tagelang rot färben.

Wenn von April bis Juli Grindwale die kühleren Gewässer rund um die Färöer-Inseln im Nordatlantik aufsuchen um ihre Jungen zu gebären und aufzuziehen, veranstalten Einwohner des halbautonomen Inselstaates eine Treibjagd auf die Wale, bei der tausende von ihnen in Buchten getrieben und mit Messern und Haken getötet werden. Das Fleisch, hochgradig mit Quecksilber und PCB verseucht, wird anschließend an Einwohner verteilt.

Umweltverschmutzung

Umweltverschmutzung durch Einleiten von ungeklärtem Abwasser mit darin enthaltenem Müll, durch Verklappung, durch Industrie, wie Erdöl- und Erdgasförderung und daraus resultierenden Unfällen wie Ölpest durch Tankerunglücke und Katastrophen mit Ölplattformen oder Mineralabbau bedrohen alle Meere und seine Bewohner.

Lärmbelastung

Wale und Delphine sind in ihrem Lebensraum zunehmend mit Lärm (von der Bebauung der Küste, vom Schiffsverkehr, etc.) konfrontiert.

Zum Erkunden ihrer Umgebung, zur Nahrungssuche und zur Kommunikation sind Wale und Delphine stark auf ihr feines Gehör und auf ihr empfindliches Echolot angewiesen. Daher besteht ein direkter Zusammenhang zwischen starker Lärmbelästigung und der daraus resul-tierenden Störung des Echolotes und Strandungen von Walen und Delfinen.

Der zunehmende Schiffsverkehr trägt zu dieser Lärmbelästigung bei, aber auch Kollisionen von Schiffen mit Walen und Delfinen sind in vielbefahrenen Meeresregionen keine Seltenheit. Der nördliche Glattwal, auch Nordkaper genannt, wird besonders stark vom Schiffsverkehr bedroht, da er besonders langsam ist und er den schnellen Schiffen und Booten nicht rechtzeitig ausweichen kann.

Versauerung

Durch die Versauerung der Meere durch eine Anreicherung von CO2 im Wasser (über die Atmosphäre) reduziert sich der Calciumcarbonat-Gehalt, der für die Bildung von Schalen und Skeletten von Korallen, Muscheln und Krebstieren notwendig ist.


Gegenmaßnahmen zur Überfischung und Alternativen zum konventionellen Fischfang


Der Ozean: ein riesiges zusammenhängendes Ökosystem

Das Meer ist ein riesiges zusammenhängendes Ökosystem und bedeckt rund 70% der gesamten Erdoberfläche. Der pazifische, indische und der atlantische Ozean, sowie das Süd- und das Nordpolarmeer sind durch Meeresströmungen miteinander verbunden. Daneben gibt es noch kleinere Binnenmeere, wie die Nord- und Ostsee, sowie das Mittelmeer, das Kaspische und das Schwarze Meer. Binnenmeere sind Nebenarme von ehemaligen Ozeanen.

Unterschieden werden Regionen der Ozeane anhand der Wassertemperatur in vier verschiedene Kategorien: polar, kaltgemäßigt, warmgemäßigt und tropisch. Der Lebensraum im Meer wird in zwei größere Bereiche unterteilt, die pelagische Zone, auch Hochsee genannt, und das Benthal am Meeresboden.

Sonne ist Leben

Der Artenreichtum wird durch das Sonnenlicht bestimmt. Die oberste Schicht des Wassers wird von genügend Licht, das zur Photosynthese der Pflanzen beiträgt, durchflossen. Sie wird Euphotische Zone genannt und reicht bis zu einer Wassertiefe von 200m. Diese Zone beinhaltet die meisten Lebewesen. Wale, Haie und die verschiedensten Fische leben hier. Von 200m – 1.000m Tiefe wird das Licht schwächer und reicht zum Wachstum von Pflanzen nicht mehr aus. Diese wird als Dysphotische Zone bezeichnet. Ab 1.000m Tiefe ist es stockfinster. In der Aphotischen Zone leben bevorzugt Tiefseetiere. Die herrschenden Temperaturen betragen durchschnittlich 4°C.

Die Polarmeere, der Arktische und Antarktische Ozean, sind die Meere an den Erdpolen. Hier bestimmt das Eis das Leben im Meer.

Der Norden

Der Arktische Ozean, oder auch Nordpolarmeer, ist der kleinste Ozean der Welt. Er ist von Russland, Asien, Nordamerika und Grönland umschlossen und fast das ganze Jahr über mit einer dicken Eisschicht bedeckt. Es ist Heimat von Eisbären, Walrossen, Robben und Walen und Ziel des Tiefsee-Fischfanges sowie wegen den großen Öl- und Gasvorkommen der Gier der Erdölgesellschaften. Früher war der Nordpol Jagdgrund für englische, holländische und deutsche Walfänger.

Der Süden

Der Antarktische Ozean, auch Südpol oder südlicher Ozean genannt, ist das Meer um den Kontinent Antarktis und ist nach dem Nordpolarmeer der zweitkleinste Ozean. Hier lebt die größte Pinguinart, die Kaiserpinguine unter lebensfeindlichen Bedingungen. Noch heute werden hier im Sommer, wenn sich das Packeis zurückzieht, zahlreiche Wale von Japan gefangen.

Der Atlantik

Der Atlantische Ozean ist der zweitgrößte Ozean und bedeckt mehr als ein Fünftel der Erde. Er ist der jüngste Ozean und dehnt sich jedes Jahr um etwa 25 mm aus. In ihn münden viele große Flüsse, wie der Mississippi, der Amazonas an den Rändern von Süd- und Nordamerika und der Kongo und Niger an dem westafrikanischen Rändern. Der Rhein, die Loire und die Elbe münden am europäischen Rand in den Atlantik. Mit der Straße von Gibraltar ist er außerdem mit dem Mittelmeer verbunden und durch den Ärmelkanal mit der Nordsee. Der atlantische Ozean beherbergt dank seines nährstoffreichen Wassers über dem Kontinentalschelf zahlreiche Fischgründe, die allerdings durch die Überfischung kurz vor dem Kollaps stehen.

In warmen Gewässern des Südatlantiks lebt um die südafrikanische Insel „Seal Island“ die bekannteste Weißer-Hai-Population. Weiße Haie werden unter anderem aufgrund ihres schlechten Rufes stark bejagt.

Der Indische Ozean

Das Kap Horn verbindet den Atlantik mit dem indischen Ozean. Dieser ist nach Norden hin vollkommen von der asiatischen Landmasse abgeschlossen. Er ist auch der einzige Ozean dessen Hauptströmung, der Somaliastrom, mit den Jahreszeiten die Richtung ändert. Der kommerzielle industrielle Fischfang im indischen Ozean gefährdet durch Überfischung die örtlichen Fischer und zerstört Korallenriffe.

Der Pazifik

Der Pazifische Ozean ist das größte Meer und ist durch seinen „Feuerring“ Geburtsstätte zahlreicher Erdbeben. Tektonische Erdplattenbewegungen lassen die tiefsten Gräben der Erde aufbrechen. Im Pazifik befinden sich unter anderem die Hawaii-Inseln und die Galapagos-Inseln mit ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Beide Inselgruppen sind heute noch vulkanisch aktiv und wachsen immer weiter. Der Pazifik beherbergt zahlreiche Fischgründe und ist für die Erdöl- und Erdgasindustrie von großer Bedeutung. Die Bewohner des pazifischen Ozeans sind vor allem durch illegale Fischerei stark gefährdet. Das Japanische Meer, das an das Pazifische grenzt, ist Zentrum der Haifischflossenindustrie.


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