Sozialsiegel

  • Sie dienen zur Kennzeichnung von Produkten die unter menschenwürdigen, fairen Bedingungen hergestellt wurden. Durch die Zahlung eines Mindestpreises, festgelegt durch die jeweilige Organisation, der teilweise weit über den Weltmarktpreis liegt, ist der Preis des Produktes höher. Nur so wird den Produzenten, meist aus Entwicklungsländern, ein höheres und verlässlicheres Einkommen ermöglicht.
  • Zu finden sind die Produkte in Naturkost-, und Weltläden, teils in normalen Supermärkten und in der Gastronomie. Die Kontrolle erfolgt unangekündigt und durch unabhängige Organisationen.

Das Fairtrade-Siegel

  • Dieses Gütesiegel ist das wohl bekannteste Sozialsiegel für den fairen Handel. Es steht im Besitz von Fairtrade International (FLO).
  • Die Einhaltung der festgelegten ökonomischen, ökologischen und sozialen Standards wird von der unabhängigen Zertifizierungsorganisation FLO-CERT GmbH kontrolliert.
  • Insgesamt werden etwa 1.000.000 Bauern und Arbeiter unterstützt.

Das Hand-In-Hand-Siegel

Das Hand in Hand-Gütesiegel ist eine Eigenmarke der RAPUNZEL NATURKOST GmbH. Alle RAPUNZEL-Produkte, deren Rohstoffe mehr als 50% von Hand in Hand-Partnern stammen, tragen dieses Siegel.

Kriterien

  • Langfristige Handelsbeziehungen und Beratung
  • Faire Preise und Abnahmegarantien
  • Förderung gemeinnütziger Projekte
  • Produkte in Bioqualität
  • Soziale Absicherung der MitarbeiterInnen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen
  • Verbot von Kinderarbeit und Zwangsarbeit
  • Transparenz

Das FairWild-Foundation-Siegel

Das Siegel betrifft die Nutzung von Wildpflanzen und -kräutern, die in der freien Natur gesammelt werden. Hauptsächlich betroffen sind Kräuter, Heilpflanzen (für Tees) und Pilze.

Ziele und Kriterien

  • Nachhaltiger und fairer Handel im Bereich der natürlichen Ressourcen (Wald und Natur generell)
  • Erhaltung der Wildpflanzen, nachhaltiger Anbau und Schutz der Biodiversität
  • Faire Verträge mit den Sammlern: keine Kinderarbeit, keine Diskriminierung, faire Profite für die lokalen Gemeinden
  • Ausreichende Rechte der Sammler und Händler, gesundheitsverträgliche Arbeitsumgebung und -bedingungen
  • Transparente Kostenkalkulation und gerechte Aufteilung der Profite innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette

Das FairWear-Foundation-Siegel

Die Fair Wear Foundation fördert faire und menschenwürdige Arbeitsbedingungen in den Fabriken der Bekleidungsindustrie.

Kriterien

  • Keine Zwangsarbeit
  • Keine Diskriminierung von Beschäftigten
  • Das Recht Gewerkschaften zu bilden
  • Keine Kinderarbeit
  • Mindestlohn, der für den Lebensunterhalt ausreicht
  • Angemessene Arbeitszeiten
  • Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen
  • Geregeltes Arbeitsverhältnis

Das Fair-Flowers-Fair-Plants-Siegel

Das Siegel garantiert die Einhaltung eines weltweiten sozialen und ökologischen Standards für die Herstellung und den Handel von Blumen und Pflanzen.

Kriterien

  • Zahlung existenzsichernder Löhne
  • Garantie der Gewerkschaftsfreiheit
  • Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit
  • Verbot hochgiftiger Pestizide
  • Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, Düngemitteln, Energie und Wasser
  • Förderung des verantwortungsbewussten Umgangs mit Wasser und Abfällen
  • Gewährleistung der Dateneinsicht in die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln, Düngemitteln, Energie und Wasser durch Protokollieren

Das Flower Label Program

Ziel dieses Siegels ist die Verbesserung des Lebensstandards in Dritte Welt Ländern, v.a. auf den Blumenfarmen.

Kriterien

  • Zahlung existenzsichernder Löhne
  • Garantie der Gewerkschaftsfreiheit
  • Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit
  • Verbot hochgiftiger Pestizide
  • Verantwortlicher Umgang mit natürlicher Ressourcen
  • Diskriminierungsverbot (auf Grund von Hautfarbe, Geschlecht, Alter…)
  • Gesundheitsvorsorge (durch Hygieneeinrichtungen, Schutzkleidung, …)

Das GoodWeave-Siegel

Das GoodWeave-Siegel hat 2009 das Rugmark-Siegel abgelöst.

Ziele

  • Bekämpfung illegaler Kinderarbeit in der Teppichindustrie
  • Forderung angemessener Löhne und Arbeitszeiten sowie sichere und hygienische Arbeitsbedingungen in der Teppichindustrie
  • Organisation von Sozial- und Bildungsprogrammen für ehemalige Kinderarbeiter
  • Kontrolle der Einhaltung von Umweltmindeststandards

Das Kimberley Process Certification Scheme

Die Mitglieder des Kimberley Process Certification Scheme (KPCS) wollen den Handel mit Diamanten aus Konfliktregionen sowie die Finanzierung der Konflikte durch den Kauf dieser so genannten "Blutdiamanten" verhindern. Gewinnung und Handel der Diamanten werden kontrolliert und die Herkunft mit einem Siegel bestätigt. Probleme bei den Kontrollen gibt es durch den Schmuggel von Rohdiamanten über die Grenzen hinweg in ein Nachbarland. Dort wird versucht, das Kimberley Process-Siegel zu bekommen, und die Diamanten fälschlicherweise als "saubere" Diamanten zu verkaufen.

Internationale Mindeststandards:

  • Erlass nationaler Gesetze sowie Etablierung von Institutionen zu deren Durchsetzung
  • Interne Kontrolle von Import- und Exportwaren und Kontrollen in den Produktionsstätten
  • Diamantenhandel nur mit Ländern, die die Mindeststandards erfüllen
  • Handel nur mit Diamanten, die das Siegel tragen: das Siegel muss u.a. eine Angabe über Herkunftsland, Kontrollinstitution, Karatangabe und Wert in US-Dollar enthalten

Das Fair-Stone-Siegel

Die WiN=WiN Agentur für soziale Verantwortung – Fair Stone Projekt bemüht sich um eine weltweite Verbreitung seines Sozialstandards mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen der Menschen in der Natursteinwirtschaft zu verbessern.

Kriterien

  • Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit
  • Festlegung eines Mindestalters zur Beschäftigung
  • Verbot von Zwangsarbeit
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen
  • Verantwortung für Arbeitssicherheit und Gesundheit
  • Gefahrenanalyse
  • Arbeitsvertrag, Pause, Urlaub, Ausbildung

Das SA8000-Siegel

Der SA8000-Standard wurde im Jahr 1997 von der Social Accountability International (SAI), einem Forum von Gewerkschaften, Menschenrechtsgruppen, Produzenten, Verkäufern, Wirtschaftsprüfern und -beratern und Wissenschaftlern, gemeinsam ausgearbeitet.

Kriterien

  • Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit
  • Verbot von Rassen-, Geschlechts- und Religionsdiskriminierung
  • Recht auf Vereinigungsfreiheit, auf Organisation in Gewerkschaften und kollektive Lohnverhandlungen
  • Festlegung der Höchstarbeitszeit
  • Garantie von existenzsichernden Löhnen

Das CSR-Tourism-Siegel

TourCert, die gemeinnützige Gesellschaft für Zertifizierung im Tourismus, vergibt das CSR-Siegel "CSR TOURISM certified" an Tourismusunternehmen, die ihre Geschäftspraxis auf Nachhaltigkeit geprüft haben. Sie haben ökologische und soziale Kriterien quantitativ und qualitativ gemessen und ausgewertet, und entsprechend den Standards von TourCert einen Nachhaltigkeitsbericht sowie ein Verbesserungsprogramm erstellt. Mit dem Siegel verpflichtet sich das Unternehmen, seine Nachhaltigkeitsleistung kontinuierlich zu verbessern.

Kriterien

  • Touristikunternehmen zahlen ihren Beschäftigten im Land Löhne, mit denen sich eine Familie ernähren lässt
  • Hotelanlagen vermeiden Müll und entsorgen ihn umweltgerecht
  • Reiseplanung nimmt Rücksicht auf natürliche Ressourcen, z.B. bei der Wasser- und Energieversorgung und beim Natur- und Artenschutz
  • Lebensmittel im landestypischen Restaurant stammen aus heimischer Produktion
  • Wieviel CO² produziert der Reiseweg pro Kunde?